Zum Jahresende führt die Magdeburger Volksstimme traditionell ein längeres Interview mit der Oberbürgermeisterin. Auch den Spitzen der Fraktionen gibt sie Gelegenheit zum Rückblick auf das vergangene Jahr in der Stadtpolitik und zum Ausblick auf die künftigen Aufgaben. Im Gespräch am 05.12.2026: Dr. Kathrin Meyer-Pinger, stv. Vorsitzende der CDU/FDP-Ratsfraktion
Wirtschafts-Standort besser vermarkten.
1. Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hat Magdeburg erschüttert. Welche Lehren ziehen Sie ein Jahr danach?
Dieser furchtbare Anschlag hat uns mitten ins Mark getroffen. Wenngleich es keinen 100-prozentigen Schutz geben kann, brauchen wir mehr Klarheit und eindeutige Regelungen zu den Verantwortlichkeiten zwischen Veranstalter, Stadt und Land.
Dieser furchtbare Anschlag hat uns mitten ins Mark getroffen. Wenngleich es keinen 100-prozentigen Schutz geben kann, brauchen wir mehr Klarheit und eindeutige Regelungen zu den Verantwortlichkeiten zwischen Veranstalter, Stadt und Land.
2. Eine Konsequenz ist, dass Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden. Wie sollten Veranstaltungen aus Ihrer Sicht künftig geschützt werden?
Sicherheit darf nie statisch sein. Deshalb müssen Sicherheits- und Zufahrtsschutzkonzepte ständig weiterentwickelt und angepasst werden. Wir müssen Sicherheit gewährleisten, ohne die Freiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Ein Balanceakt, der nicht leicht umzusetzen ist.
3. 2025 war auch das Jahr der Bröckel-Brücken. Drei Ringbrücken sind schon gefallen, weitere werden folgen. Woher soll das Geld kommen?
Der Ring ist eine der Lebensadern Magdeburgs. Sein Erhalt ist von zentraler Bedeutung. Wenngleich ich mir wünschen würde, dass wir diese Mammutaufgabe aus eigener Kraft schaffen: Ohne die Unterstützung von Bund und Land werden wir sie nicht bewältigen können.
4. Intel hat 2025 endgültig abgesagt. Wie soll es am Eulenberg weitergehen?
Stillstand ist keine Alternative. Der Eulenberg gehört zu den wenigen Sahnestücken für potenzielle Neuansiedlungen aus der Hightech-Branche. Deshalb müssen die Verhandlungen mit Intel zügig an Fahrt gewinnen.
5. Das Haushaltsloch ist 2026 mit 52 Millionen Euro so groß wie nie. Wo würden Sie in den nächsten Jahren noch sparen?
Wir müssen effizienter werden, Strukturen optimieren und die Verwaltung weiter digitalisieren. Sinnvoll priorisieren statt kürzen um jeden Preis – das muss die Devise sein!
6. Was darf trotz Finanzkrise auf keinen Fall gestrichen werden?
Neben der Digitalisierung werden Investitionen in Infrastrukturprojekte – ob für Straßen, Brücken, Schulen oder den Sport – weit oben auf der Prioritätenliste stehen.
7. Was war der wichtigste Beschluss 2025?
Die Bewilligungen der Ersatzneubauten der Ringbrücken sowie der Bau von temporären Behelfsbrücken gehören zu den wichtigsten Beschlüssen, um die Verkehrsadern schnell wiederherzustellen.
8. Und was war Ihre schwierigste Entscheidung 2025?
Alle Entscheidungen rund um den Weihnachtsmarkt waren unglaublich schwer zu treffen. Jede einzelne war eine Abwägung zwischen der Wahrung unseres Gedenkens und dem Erhalt gemeinschaftlicher Tradition sowie zwischen öffentlicher Sicherheit und persönlicher Freiheit unserer Stadtgesellschaft.
9. Was hätten Sie besser gelöst für die Magdeburger?
Mein Fokus läge auf einer stärkeren Vermarktung unserer Stadt als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort und als Sportstadt mit echtem Spitzenpotenzial.
10. Was wollen Sie 2026 für die Magdeburger erreichen?
Auch in 2026 werde ich – bei allen Herausforderungen, die vor uns liegen – mit vollem Engagement und Augenmaß die Zukunft unserer modernen, lebendigen und weltoffenen Stadt aktiv mitgestalten.